Die Führer- und Leiter-Lilien


1930 bis 1936


1930 wurde mit dem Beschluss der (vorläufigen) Bundesordnung die Kluft verbindlich geregelt. Als Bundeszeichen wurde ursprünglich auch von Führern die silberne Kreuzlilie auf rautenförmigem, blauem Grund getragen. Von diesen Abzeichen gibt es zwei Varianten, nämlich mit roten oder mit gelben Umrandungen. Von der Vorderseite sind die Abzeichen mit roten Rändern nicht von den Pfadfinderlilien der Nachkriegszeit bis 1956 zu unterscheiden.
Die ersten Feldmeister wurden am 23.4. 1935 zu Georgsrittern ernannt, wofür auch die Übergabe der "goldenen Lilie" vorgesehen war. Weil aber bei der einzigen bekannten Ernennung von Georgsrittern in Rom 1935 nur 7 oder 9 Georgsritter ernannt wurden, zudem die meisten Abzeichen auf dem Rückweg durch die Gestapo beschlagnahmt wurden und in der Folgezeit allein schon der Besitz der Abzeichen gefährlich sein konnte, wird vermutlich (fast) keine goldene Georgsritterlilie mehr existieren.

Verbotszeit 1939 bis 1945



Die Nationalsozialisten untersagten 1934 -vorerst noch regional- allen das Tragen und Zeigen von Abzeichen. Im Folgejahr wurden die Verbote auf das ganze Reichsgebiet ausgeweitet. 1939 wurde die DPSG endgültig aufgelöst und ihr Vermögen beschlagnahmt. Bis 1945 blieb die DPSG verboten. Trotzdem fanden mancherorts weiterhin noch Gruppenstunden im Geheimen statt.

1945 bis 1957



Ab 1946 wurde (wieder) eine goldene Kreuzlilie auf blauem Grund, von den Rittern und den Führern getragen. Bis 1957 blieb das Bundeszeichen rautenförmig. (Daneben wurden offenbar auch noch Restbestände von Lilien aus der Zeit vor 1939 weiter verwendet, bis der noch vorhandene Bestand aufgebraucht war. (Es gibt inzwischen auch Repliken der Rauten-Lilien. Von den echten alten Lilien sind sie auf den ersten Blick leicht zu unterscheiden, weil die Farben falsch sind.)



Der Wölflingsmeister trug zusätzlich auf dem linken Oberarm,10cm unter der Ärmelnaht des grünen Klufthemdes, den Wolfskopf.


Mit der Einführung der Akela, als weibliche Wölflingsleiterin ab 1949 (bzw ab 1951) gab es auch ein Abzeichen für diese Leiterinnen.


1957 bis 1965


Ab 1957 trugen Ritter und Führer die goldene Kreuzlilie auf beigem, rechteckigem Grund. Die Grundform der Lilie blieb erhalten.
Es gibt die Aufnäher in zwei Varianten: Unbenutzte Aufnäher sind breiter und insbesondere die Lilie ist deutlich gedrungener als üblich (Längen/Breiten-Verhältnis 1,5 : 1). Bei der ersten Wäsche laufen diese Aufnäher stark in der Breite ein. Auf benutzten Aufnähern ist die Lilie dann wieder so schlank, wie sie sein soll (Längen/Breiten-Verhältnis 2 : 1).



Die Lilie der Akelas war golden auf silbernem, rechteckigem Grund.


1965 bis 1977


Ab 1965 trugen Leiter die Lilie in den Farben der geleiteten Stufe(!). Wölflingsleiter und Vorsitzende trugen die rote Lilie. Außerdem wurde von den Leitern, mit Ausnahme der Wölflingsleiter, 2 Leiterstreifen an der linken Schulterklappe getragen. Dabei zeigte der Streifen an der Schulternaht an, auf welcher Ebene des Verbandes der Leiter arbeitete und der andere Streifen zeigte, welche Stufe er leitete.



Die Lilie auf der Brusttasche der Akela war von 1965 bis 1977, wie schon gesagt, rot. Zusätzlich trug sie aber auch auf dem linken Oberarm den Akela-Wolfskopf. Bei Wölflings-Assistenten war die Umrandung des Wolfskopfs im unteren Bereich durchbrochen. (Die Leiter-Streifen auf der Schulterklappe entfielen ursprünglich. Statt dessen wurde der Streifen, der die Verbandsebene kennzeichnete um den Wolfskopf getragen. Später trugen aber auch die Wölflingsleiter die Leiterstreifen, wie allen anderen Stufenleiter.)


Ab 1977


Schließlich wurde dann doch für alle Leiter eine einheitliche Lilie eingeführt. Dabei griff man (fast) auf die alte Farbe der Lilie der Georgsritter und Führer zurück.
"1977 beschloss die Bundesversammlung, dass die Leiter-Lilie zukünftig einheitlich gelb (!) ist. ... Dieser Beschluss gilt bis heute. In der Kluftdebatte 2000 kam durch den Vorschlag eines gelben Leiter-Halstuches auch die Lilie noch mal in die Papiere... (wobei aber die) Regelungen ... wie vorher bestehen blieben.

Allerdings (gab es) im Rüsthaus ... vor etlichen Jahren eine Fehlproduktion. Und diese Lilien sind in der Tat nicht rein gelb, sondern eher gelb-golden. Damals wurde beschlossen, diese Produktion nicht einzustampfen, sondern dennoch zu verkaufen. Daher stammen die "goldenen" Lilien ... "
(Quelle: Guido Hügen, http://www.dpsg.de/phorum/read.php?34,3632)





Seit Abschaffung der Schulterklappen 1983 gibt es keine Leiterstreifen mehr.


© R. Brohl, 2007/2008/2009
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