
Führerschnüre, -ringe und Leiterstreifen
Ab 1931
In den 30er Jahren trugen die Führer aber auch Pfadfinder und Rover (!) eine farbige Pfeifenschnur über dem Tuch um den Hals. Diese Schnur war laut Liste
des Jugendhauses Düsseldorf 1,5 m(!)lang. Sie wurde um den Hals gelegt, durch den Knoten gezogen,
"3 mal gekreuzt" um das Halstuch gelegt(= die 3 Punkte des Versprechens)und dann mit beiden Enden
in die rechte Brusttasche geführt. Die Farbe der Schnur zeigte
den Aufgabenbereich an.
Nur die Führer trugen am Ende der Schnur eine Pfeife in der Tasche.
Anfangs trug der Reichsfeldmeister eine schwarz-rot-goldene Pfeifenschnur. 1933 wechselte ihre
Farbe zu den neuen Reichsfarben schwarz- weiß-rot.
Die weiteren Zuordnungen waren:
Landesfeldmeister: violett
Feldmeister: grün
Hilfsfeldmeister/Häuptling (=Wölflingsführer)/Rovermeister/Rover (Georgsritter): rot
Kornett/ Wolf: weiß
Pfadfinder: grau
(Quellen: M. Zwecker: Die Kluftabzeichen...; Preisliste des
Jugendhauses Düsseldorf, Gültig ab 15.3.1933)
1949 bis 1952
Nach 1945 wurde die Tradition der Pfeifenschnüre mit fast identischen Farbzuordnungen
wieder aufgenommen.Allerdings trugen nur noch
Führer diese Schnur. Pfadfinderführer trugen die Schnur in den folgenden Farben:
Bundesfeldmeister: gold
Landesfeldmeister: violett
Gaufeldmeister: schwarz
Feldmeister: grün
Hilfsfeldmeister: rot
Getragen wurden die Schnur, ähnlich wie vor der Verbotszeit, über dem Halstuch, durch den Knoten.
Allerdings war die Schnur (ab 1949?) deutlich kürzer als vor dem Verbot: Ab dem Halstuchknoten
war die Schnur nur noch einfach; das eine Ende war dazu verschiebbar an
die Schnur angenäht und nur das freie Ende wurde in die Brusttasche gesteckt.
Wölflingsführer trugen den Wolfskopf auf dem linken Oberarm mit
Schnurumrandung in den Farben:
Wölflingsmeister: grün
Gauwölflingsmeister: schwarz
Landeswölflingsmeister: violett
Bundeswölflingsmeister: gold
1952 bis 1965
1952 beschloss das 12. Bundesthing  die
Änderung der Führerabzeichen: Statt der Pfeifenschnur wurde
nur noch ein oder zwei Ring aus farbiger Kordel um die linke Schulterklappe getragen. Die
Kordelringe waren nicht über das Rüsthaus zu beziehen, sondern wurden in den Stämmen selbst
hergestellt.
Hilfsfeldmeister des Jungpfadfindertrupps/ Pfadfindertrupps und geprüfte Helfer: 1 roter Ring
Wölflingsmeister/ Feldmeister/ Rundenmeister: 1 grüner Ring
Hilfsfeldmeister im Stamm: 2 rote Ringe
Stammesfeldmeister: 2 grüne Ringe
Gaumeister: 1 schwarzer Ring
Gaufeldmeister: 2 schwarze Ringe
Landesmeister: 1 violetter Ring
Landesfeldmeister: 2 violette Ringe
Bundesmeister: 1 golder Ring
Bundesfeldmeister: 2 goldene Ringe
Die Wölflingsführerinnen trugen eine entsprechende Schnur um
den Wolfskopf.
1965 bis 1971
Der Ring aus Kordel wurde durch zwei 9 mm breite Bänder um
die linke Schulterklappe ersetzt. Differenziert nach einem
Band für die Stufe -das auf der Schulterseite(!) getragen wurde-
und einem zweiten Band für die Verbandsebene.
1.Band
1. Band weiß durchbrochen: Assistent
rot: Roverstufe
grün: Pfadfinderstufe
(ab 1968 blau: Jungpfadfinderstufe)
2.Band für die Verbandsebene
Vorsitzende trugen jeweils zwei Streifen in der Farbe ihrer
Verbandsebene. Bei ihren Stellvertretern war das
Band weiß durchbrochen.
golden: Bundesebene
violett: Landesebene
schwarz: Gauebene
hellblau (!): Stammesebene
1965 gab es für Wölflingsleiter die folgende Regelungen:
Für sie waren keine Leiter-Streifen auf der Schulterklappe vorgesehen. Statt
dessen trugen sie auf dem linken Oberarm das Akela-Abzeichen. Um den Wolfskopf wurde der Streifen, der
die Verbandsebene kennzeichnete getragen.
Da 1965 Jungpfadfinder und Pfadfinder gemeinsam in einem Trupp waren, gab es urspünglich keine blauen,
sondern nur grüne Leiterstreifen für diese Altersstufen. Erst frühestens mit der Einführung der
Jungpfadfinder als selbständiger Stufe 1968, wurden auch die blauen Jungpfadfinderleiter
-Streifen eingeführt.(Farblich identisch mit den Stammesstreifen?!)
Auch für Kornetts wurden 1965 mit der Kluftreform Streifen eingeführt. Kornetts trugen einen
weiße Streifen unter der Lilie auf der Brusttaschenschlaufe,
Hilfskornetts hatten schwarze Streifen.
Von den Leiterstreifen sind mir drei verschiedene Versionen bekannt:
-Leiterstreifen auf schwarzem Stoff: die Rückseite und der schmale Streifen am Rand sind schwarz;
blau und grün sind relativ hell; 11 mm Breite. Mir liegen solche Leiterstreifen nur in blau, rot, grün und schwarz vor. (Auch keine Assistenten-Streifen!)
Die Farben passen zu den frühen Sippenabzeichen und das Blau ist tatsächlich eher hellblau. Auch der schwarze
Untergrund passt zum Konzept der übrigen Abzeichen von 1965: Vermutlich sind dies also die ersten Ausgaben der Leiterstreifen.
-Leiterstreifen auf weißem Stoff: die Rückseite und der schmale Streifen am Rand sind weiß;
die Farben sind matt; (leichte Farbvarianten bei blau und grün bekannt) meist eher dunkel; 11-12 mm Breite. Mir
liegen Streifen in allen Farben (außer lila und orange) als Leiterstreifen und Assistentenstreifen vor. Diese
Version wurde mindestens Ende der 70er getragen. Ab wann sie verwendet wurde ist mir nicht bekannt.
-Leiterstreifen auf weißem Stoff: die Rückseite und der schmale Streifen am Rand sind weiß;
die Farben sind glänzend und wieder etwas heller (grün ist dunkler); 11 mm Breite. Mir liegen nur
Leiterstreifen in
orange, blau, grün, grau und lila (und Kornettstreifen in weiß) vor.
Assistenten-Streifen kenne ich nur in orange. Wann diese Version verwendet wurde ist mir nicht
bekannt, ich vermute aber wohl um 1980.
1971 bis 1983
Anfang der 70er wurde die Reihenfolge der Leiterstreifen getauscht: Ab jetzt wurde das Band für
die Verbandsebene auf der Schulterseite getragen und das Band für die Stufe kam nach innen.
Der Streifen für die Stammesebene wechselte seine Farbe (Verwechslungsgefahr mit
Jungpfadfinderstufen-Streifen!) und die Regelung der Kornettstreifen wurde geändert. Außerdem
gab es Veränderungen bei den Abzeichen der Wölflingsleiter.
1.Band für die Verbandsebene
Vorsitzende trugen jeweils zwei Streifen in der Farbe ihrer
Verbandsebene. Bei ihren Stellvertretern war das zweite
Band weiß durchbrochen.
golden: Bundesebene
violett: Diözesanebene
schwarz: Bezirksebene
hellgrau (!): Stammesebene
2.Band
2. Band weiß durchbrochen: Assistent
rot: Roverstufe
grün: Pfadfinderstufe
blau: Jungpfadfinderstufe
(Ab Ende der 70er orange: Wölflingsstufe)
Für Wölflingsleiter waren auch 1971 noch keine Leiter-Streifen auf der Schulterklappe vorgesehen.
Weiterhin trugen sie auf dem linken Oberarm das Akela-Abzeichen. Allerdings wurde nur noch ein
einfacher Streifen, zur Kennzeichnung die Verbandsebene unter dem Wolfskopf getragen. (Spätestens)
1978 bekamen aber auch die Wölflingsleiter die
Leiterstreifen wie alle anderen Leiter auf der Schulterklappe.
Für die Wölflingsstufe wurde dazu ein orangefarbener Streifen
eingeführt.
Ab 1971 trug der Kornett der Jungpfadfinder
zwei weiße Strefen neben der Lilie, und der Hilfskornett trug
einen weißen Streifen. Für Pfadfinder waren keine Kornettabzeichen
mehr vorgesehen.
Von den Leiterstreifen sind mir drei verschiedene Versionen bekannt:
-Leiterstreifen auf schwarzem Stoff: die Rückseite und der schmale Streifen am Rand sind schwarz;
blau und grün sind relativ hell; 11 mm Breite. Mir liegen nur Streifen in blau und grün (und schwarz) vor. (Auch keine Assistenten-Streifen!)
Die Farben passen zu den frühen Sippenabzeichen und das Blau ist tatsächlich eher hellblau. Auch der schwarze
Untergrund passt zum Konzept der übrigen Abzeichen von 1965: Vermutlich sind dies also die ersten Ausgaben der Leiterstreifen.
-Leiterstreifen auf weißem Stoff: die Rückseite und der schmale Streifen am Rand sind weiß;
die Farben sind matt; (leichte Farbvarianten bei blau und grün bekannt) meist eher dunkel; 11-12 mm Breite. Mir
liegen Streifen in allen Farben als Leiterstreifen und Assistentenstreifen vor (und schwarz) vor. Diese
Version wurde mindestens Ende der 70er getragen.
-Leiterstreifen auf weißem Stoff: die Rückseite und der schmale Streifen am Rand sind weiß;
die Farben sind glänzend und wieder etwas heller (grün ist dunkler); 11 mm Breite. Mir liegen nur
Leiterstreifen in
orange, blau, grün, grau und lila (und Kornettstreifen in weiß) vor.
Assistenten-Streifen kenne ich nur in orange. Wann diese Version verwendet wurde ist mir nicht
bekannt, ich vermute aber wohl um 1980.
Seit 1983
Mit den Schulterklappen wurden auch die Leiterstreifen abgeschafft, die
auch in den anderen europäischen Verbänden mehrheitlich nicht üblich
seien und ein Hierarchiedenken bei manchen Leitern gefördert hätten.
Zwar wurde Ende 1982 noch überlegt, wie man statt dessen die Stufe, in
der der
Leiter arbeitet kenntlich machen könnte. Es gab dafür aber keine neue
Regelung mehr. Auch die Kornettstreifen wurden aufgegeben.
© R. Brohl, 2007/2008/2009
(Die Seiten werden weiter überarbeitet. Neue Seiten zu Hüten, Ausweisen usw. sind in Vorbereitung. Korrekturen/Ergänzungen/Anregungen/Fotos bitte an richardbrohl@web.de oder direkt in unserer Gästebuch)
Letzte Änderung: 2011/09/25 17:43:28.877776 GMT+2